Frankreich gehört seit Jahren zu den erfolgreichsten Nationen im Handball. Zuletzt zeigte sich jedoch, dass auch dieses Team nicht jedes große Turnier nach Wunsch abschließen kann. Bei der WM 2025 erreichten die Franzosen das Halbfinale, verloren dort aber mit 28:31 gegen Kroatien. Im Spiel um Platz drei setzten sie sich anschließend knapp mit einem Tor (35:34) gegen Portugal durch und sicherten sich Bronze.
Bei der EM 2026 war dagegen bereits nach der Hauptrunde Schluss. Frankreich belegte in seiner anspruchsvoll besetzten Gruppe den vierten Platz und verpasste das Halbfinale. Bei der WM 2027 will die Mannschaft wieder weiterkommen. Schon die Vorrunde bietet dafür einen ersten Maßstab: Frankreich trifft in Gruppe D auf Kuwait, Brasilien und Argentinien und geht als Favorit ins Rennen um den Gruppensieg. Alle drei Vorrundenspiele finden in der Porsche-Arena in Stuttgart statt. Den Auftakt macht am 14. Januar die Partie gegen Kuwait. Zwei Tage später wartet Brasilien, ehe Frankreich seine Vorrunde am 18. Januar gegen Argentinien abschließt.
Für die Spieltage der Vorrunde gibt es zum aktuellen Zeitpunkt noch wenige Restkarten im Ticketshop. Fans, die Frankreich vor größerer Kulisse sehen wollen, können sich Tickets für die Hauptrunde in Köln in der LANXESS arena mit Platz für knapp 20.000 Fans sichern. Frankreich spielt in Gruppe II am 21., 23., und 25. Januar (Qualifikation vorausgesetzt). Tickets für Köln gibt es hier.
Gegen Kuwait sind die Rollen klar verteilt. Bereits bei der WM 2025 trafen beide Mannschaften in der Vorrunde aufeinander. Frankreich gewann damals deutlich mit 43:19. Kuwait hat mit Bronze bei der Asienmeisterschaft 2026 zwar seine Stärke auf kontinentaler Ebene gezeigt, dennoch gehen die Franzosen als klare Favoriten in diese Partie.
Das zweite Gruppenspiel gegen Brasilien dürfte schwieriger werden. Bei einem Freundschaftsspiel im Januar 2024 stand es zur Halbzeit noch unentschieden, bevor Frankreich die Partie mit 37:28 für sich entschied. Seitdem haben die Brasilianer bei der WM 2025 mit dem Einzug ins Viertelfinale auf sich aufmerksam gemacht. Sie beendeten das Turnier auf Platz sieben, denn gegen den späteren Weltmeister Dänemark war Schluss. Frankreich geht auch in dieses Spiel als Favorit, muss sich gegen Brasilien aber auf deutlich mehr Widerstand einstellen als zum Auftakt.
Zum Abschluss trifft Frankreich auf Argentinien. Die letzte Begegnung beider Mannschaften bei einem großen Turnier fand in der Vorrunde der Olympischen Spiele 2024 statt. Frankreich erwischte damals einen hervorragenden Start und führte nach wenigen Minuten mit 7:0. Am Ende gewann das Team mit 28:21. Argentinien erreichte bei der WM 2025 zwar die Hauptrunde, konnte dort aber lediglich Kap Verde besiegen. Bei den Südamerikaspielen 2026 in Santa Fe blieb die Mannschaft wiederum ungeschlagen und gewann Gold. Damit dürfte auch das letzte Vorrundenspiel für Frankreich mehr sein als eine Pflichtaufgabe.
Frankreichs Kader: Erfahrene Stars auf allen Positionen
Der französische Kader ist mit Spielern besetzt, die auf höchstem Vereinsniveau aktiv sind. Fast alle stehen bei Klubs unter Vertrag, die in der Champions League vertreten sind. Besonders im Blickpunkt stehen zwei Spieler des FC Barcelona: Dika Mem im rechten Rückraum und Kapitän Ludovic Fabregas am Kreis.
Mem zählt zu den prägenden Spielern im französischen Angriff. Nach der WM wird er noch einige Monate für Barcelona spielen, bevor er im Sommer 2027 zu den Füchsen Berlin wechselt. Fabregas bringt am Kreis Erfahrung und körperliche Stärke ein. Gemeinsam geben sie Frankreich auf zwei Schlüsselpositionen große Qualität.
Auch Elohim Prandi ist ein wichtiger Bestandteil des Teams. Der linke Rückraumspieler von Paris Saint-Germain kann mit seinen Würfen und seiner Durchschlagskraft Spiele prägen. Insgesamt verfügt Frankreich über einen erfahrenen Kader, der große Turniere und Begegnungen auf höchstem Niveau kennt.
An der Seitenlinie gibt es dagegen ein neues Gesicht. Nach der EM 2026 gab Guillaume Gille seinen Rücktritt als Nationaltrainer bekannt. Seit Februar 2026 betreut Talant Dujshebaev die französische Mannschaft. Für ihn wird die WM 2027 das erste große Turnier als französischer Nationaltrainer. Nach dem Ausscheiden in der Hauptrunde der EM steht er vor der Aufgabe, das Team wieder in den Kampf um die Medaillen zu führen.
Hauptrunden-Topspiele in Köln
Erreicht Frankreich die Hauptrunde, spielen sie in Köln gegen die qualifizierten Mannschaften aus Gruppe C. Dort treffen Kroatien, Spanien, Chile und die Türkei aufeinander.
Ein Wiedersehen mit Kroatien hätte für Frankreich eine besondere Bedeutung. Im Halbfinale der WM 2025 unterlagen die Franzosen mit 28:31 und verpassten dadurch das Endspiel. Kroatien gewann später Silber und bestätigte seine Stärke mit Bronze bei der EM 2026. Mit erfahrenen Spielern wie Ivan Martinović und Mario Šoštarić verfügt das Team über große Qualität. In Köln könnte Frankreich die Gelegenheit bekommen, sich für die Halbfinalniederlage zu revanchieren.
Auch Spanien ist ein möglicher Gegner, gegen den die Franzosen noch eine Rechnung offen haben. Bei der EM 2026 gelang den Spaniern in der Hauptrunde nur ein Sieg, ausgerechnet gegen Frankreich. Spanien schied zwar ebenfalls nach der Hauptrunde aus, bleibt mit aber ein gefährlicher Gegner. Sollte es in Köln erneut zu diesem Duell kommen, dürfte Frankreich gewarnt sein.
Chile kämpft in Gruppe C ebenfalls um einen Platz in der Hauptrunde. Zwischen den beiden Teams kam es bisher noch zu keinem Spiel bei einem großen Turnier. Die Südamerikaner belegten bei der WM 2025 Platz 24, Frankreich würde in eine mögliche Partie eindeutig die Favoritenrolle belegen.
Die Türkei geht als Außenseiter ins Turnier. Sie erhielt eine Wildcard und nimmt erstmals an einer Handball-Weltmeisterschaft teil. Ein Einzug in die Hauptrunde wäre bereits ein großer Erfolg. Das letzte offizielle Spiel gegen Frankreich fand 2013 in der EM-Qualifikation statt, die Franzosen gewannen mit 31:23.
Frankreich hat somit gute Chancen auf den Gruppensieg in Stuttgart. In der Hauptrunde könnten mit Kroatien und Spanien zwei Gegner warten, gegen die das Team zuletzt schmerzhafte Niederlagen erlebt hat. Auf alle Fälle wird die Hauptrunde für die Franzosen eine Herausforderung und verspricht den Fans Spitzenhandball vom Allerfeinsten. Für das französische Team und ihren neuen Trainer Talant Dujshebaev wäre die WM 2027 eine Gelegenheit zu zeigen, dass sie wieder um die Medaillen mitspielen können. Informationen zu Spielplan und Tickets gibt es auf handball2027.com.