Jubelnder Handballspieler
WM-Hauptrunde in Hannover: Wird Portugal seinem Anspruch gerecht?

Schweden, Norwegen, Färöer und Portugal: Wenn sich die Favoriten in ihren Vorrundengruppen durchsetzen, wartet bei der Handball-WM 2027 in Hannover eine spannende Mischung aus skandinavischer Handballtradition, aufstrebenden Außenseitern und portugiesischem Selbstverständnis.

 

Hannover wird bei der Handball-Weltmeisterschaft vom 13. bis 31. Januar 2027 zu einer der großen Bühnen des internationalen Handballs. In der ZAG Arena werden zwei Hauptrundengruppen ausgetragen – und die mögliche Besetzung der Gruppe III verspricht hochklassige Begegnungen. Tickets für Hannover gibt es auf www.handball2027.com.

 

Die Ausgangslage ist dabei klar: Schweden und Norwegen gehen in Kiel in der Vorrundengruppe E an den Start, während Portugal und die Färöer in Magdeburg der Gruppe F angehören. Erreichen sie die Hauptrunde, führt ihr Weg nach Hannover. Noch müssen sich die Teams dafür sportlich qualifizieren – ihr Potenzial macht diese Konstellation aber schon jetzt reizvoll.  

 

Schweden: Handballmacht mit vielen Superstars

 

Schweden gehört seit Jahrzehnten zu den prägenden Nationen des internationalen Handballs. Vier Weltmeistertitel und fünf Europameisterschaften stehen für eine außergewöhnliche Tradition. Auch bei der WM 2027 zählt die Mannschaft zum erweiterten Kreis der Titelkandidaten – vorausgesetzt, sie bringt ihre Qualitäten in Hannover auf die Platte.

 

Dass mit den Schweden zu rechnen ist, zeigte sich bei der Europameisterschaft 2026. Dort belegte das Team Rang sechs. Im Spiel um Platz fünf unterlag es Portugal knapp mit 35:36. Gerade diese Begegnung verdeutlichte, wie eng die Leistungsdichte an der europäischen Spitze ist.  

 

Schweden steht traditionell für eine gut organisierte Defensive, taktische Disziplin und einen variablen Angriff. Die Mischung aus erfahrenen Nationalspielern und dynamischen Rückraumakteuren macht das Team schwer auszurechnen. Allen voran werden mit Felix Claar (Magdeburg) und Nikola Roganovic (VfL Gummersbach) zwei absolute Top-Stars der Handball Bundesliga das schwedische Team führen und möglichst weit im Turnier bringen wollen. In Hannover könnte die Auswahl zeigen wollen, dass sie bei einem großen Turnier wieder bis in die entscheidende Phase mitspielen kann.

 

Norwegen: Erfahrung und skandinavische Rivalität

 

Wenn Norwegen auf Schweden trifft, geht es nicht nur um Punkte. Das skandinavische Duell bringt eine besondere sportliche Brisanz mit, die auch in einer möglichen Hauptrunde für zusätzliche Spannung sorgen würde.

 

Norwegens Handballer setzen häufig auf ihre mittlerweile große Routine und Erfahrung, schnelles Umschalten und einen variantenreichen Rückraum. Gelingt es ihnen, das eigene Angriffsspiel zu entfalten, können sie auch gegen etablierte Topnationen gefährlich werden. Dass die Mannschaft über internationale Klasse verfügt, bewies sie bei der WM 2025 unter anderem mit einem 29:24-Erfolg gegen Schweden.  

 

Bei der EM 2026 reichte es für Norwegen zwar nur zu Platz neun. Das ändert jedoch nichts daran, dass die Mannschaft das Potenzial für anspruchsvolle Hauptrundenspiele mitbringt.

 

Färöer: Ein kleines Land mit großen Ambitionen

 

Die Färöer sind im internationalen Handball noch ein vergleichsweiser junger Name auf der großen Bühne. Doch die Entwicklung der Mannschaft macht sie zu einem besonders interessanten Kandidaten für die Hauptrunde. Die Qualifikation für die WM 2027 gelang mit zwei Siegen gegen Bosnien und Herzegowina – ein wichtiger Schritt für eine Nation, deren Handballbegeisterung weit über ihre geringe Einwohnerzahl hinausreicht.  

 

Bei der EM 2026 belegten die Färinger Rang 13. Ihr Auftritt zeigt, dass sie sich auf europäischer Ebene zunehmend behaupten können. Mit mutigem Angriffsspiel, viel Leidenschaft und einer Mannschaft, die sich nicht von großen Namen beeindrucken lassen will, können sie unangenehm zu bespielen sein.  

 

Für das Publikum in Hannover wäre die Mannschaft zudem eine willkommene Gelegenheit, eine der bemerkenswertesten Entwicklungsgeschichten des europäischen Handballs näher kennenzulernen. Sollten die Färöer die Hauptrunde erreichen, könnten sie sich mit Gegnern messen, die auf dem Papier über deutlich mehr Turniererfahrung verfügen – und genau darin liegt ein Teil ihres Reizes.

 

Portugal: Vom Geheimtipp zum ernsthaften Konkurrenten

 

Portugal hat sich in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt in der europäischen Spitze etabliert. Bei der EM 2026 erreichte die Mannschaft Platz fünf und damit ihr bislang bestes Ergebnis bei einer Europameisterschaft. Besonders eindrucksvoll war der knappe Erfolg gegen Schweden im Spiel um Rang fünf: Superstar und zukünftiger Spieler der SG Flensburg-Handewitt Martim Costa erzielte beim 36:35 den entscheidenden Treffer in letzter Sekunde.  

 

Die Costa-Brüder Francisco und Martim stehen beispielhaft für die offensive Qualität der Portugiesen. Mit Kreativität, Durchsetzungsvermögen und hohem Tempo kann das Team auch gegen favorisierte Gegner Lösungen finden. Hinzu kommt eine Entwicklung, die sich längst nicht mehr nur auf einzelne Überraschungserfolge stützt.

 

Portugal reist deshalb mit berechtigten Ambitionen zur WM 2027. Die Mannschaft möchte an ihre jüngsten Leistungen anknüpfen und sich auch auf der Weltbühne weiter nach vorne arbeiten.

 

Hannover darf sich auf eine atemberaubende Hauptrunde freuen

 

Vier Mannschaften, vier unterschiedliche Geschichten: Schweden bringt große Turniertradition mit, Norwegen setzt auf Tempo und Durchschlagskraft, die Färöer stehen für eine bemerkenswerte Entwicklung, und Portugal hat sich in Europas Spitze festgesetzt.

 

Ob diese vier Teams tatsächlich gemeinsam in der Hauptrundengruppe III antreten, entscheidet sich auf dem Spielfeld. Sollten sie sich durchsetzen, wäre Hannover Schauplatz einer sportlich reizvollen Mischung aus etablierten Handballnationen und ambitionierten Herausforderern. Für die Fans in der ZAG Arena wäre das eine vielversprechende Aussicht auf intensive Spiele und Handball auf hohem Niveau.

 

Informationen zu Spielplan und Tickets gibt es auf handball2027.com.